Berendorf
Objekt:
- andere Schreibweisen Berendorp, Behredorf
- totale Ortswüstung
Errichtet: –
Inschrift: –
Name:
Das Grundwort „-dorf“ bezeichnet die Gruppensiedlung mehrerer Höfe im Unterschied zum Einzelhof. Es handelt sich wohl um eine Siedlung in einer ursprünglich bewaldeten, aber vermutlich im Rahmen des mittelalterlichen Landesausbaus gerodeten Gegend hin. Das Bestimmungswort „Beren“ mit der schwachen Flexion „en“ ist vermutlich der Genitiv Singular eines Personennamens, der schon im 9. Jahrhundert nicht mehr gebräuchlich war.
- „Behrendorfer Feld“, „Behrendorfer Grund“, „Vor dem Behrendorfer Gehäge“, „Behrendorfer Wiesen“, „Der Rabenberg“, „Die Pfänderwiese“ und „Hinter der Pfänderwiese“
Flur: –
Dorfstelle: –
Lage:
- konnte im 18. und 19. Jahrhundert nicht mehr festgestellt werden und wurde in der Nähe der „Masch“ vermutet (s. Karte“)1; im 20. Jahrhundert durch Scherbenfunde lokalisierbar
Eckdaten:
- erste urkundliche Erwähnung 1311
- wüst gefallen: zwischen 1366 und 14751; Grund: vielleicht niedergebrannt im Rachefeldzug des Herzogs Otto von Lüneburg gegen die von Bartensleben1464
Geschichte:
- 1311: Die Ritter Borchard und Gunzelin von Bartensleben sowie die Knappen Günther und Werner von Bartensleben werden vom Halberstädter Bischof Albert mit dem Zehnten zu „Berendorp“ belehnt1.
- 1366: Der Rat der Stadt Braunschweig, dem der Herzog Wilhelm von Lüneburg Haus und Stadt Vorsfelde im Jahr 1364 verpfändet hat, erhält „Berendorpe“ Abgaben, deren Höhe nicht weiter bezeichnet ist2.
- 1475: Nach einem Lehnsbrief des Herzogs Wilhelm des Älteren von Braunschweig war „Behredorf“, inzwischen wüst, von seinem Bruder, dem verstorbenen Herzog Heinrich von Lüneburg, als Mannlehen an die von Bartensleben gegeben worden
- 1630: Nach dem Bardorfschen Inventare von 1630 wird das wüste Dorf Berendorf vor das Bardorfsche Landgericht zitiert und aufgerufen1.
- Nach dem Aussterben der von Bartensleben in der männlichen Linie (1742) wird das wüste Dorf vom Herzogtum Braunschweig als heimgefallen eingezogen. Von der Flur des Dorfes hatte der Schatzmeister von Bartensleben 33 Morgen Ackerland und 33 Fuder Wiesenertrag zu 17 Fuder an einige Einwohner von Vorsfelde verkauft. Schon 1742 war das Meiste davon schon an die Einwohner von Danndorf und Reislingen gekommen. 54 Morgen Äcker und Wiesen waren von den von Bartensleben und später von der Fürstlichen Kammer zu Braunschweig durch Zeitpacht genutzt. Der übrige Teil der Flur war schon 1742 zum Wald und zur Hude geworden. Die Hüte- und Weideberechtigung hatten der gesamten Feldmark hatten das Amt Neuhaus und die Orte Vorsfelde, Danndorf und Hehlingen2.
- Es gab im 18. Jahrhundert Überlegungen, die Wüstung neu zu besiedeln; dies gelangte aber nie zur Ausführung3.
- Durch die Separation im 19. Jahrhundert fiel ein Teil der Berendorfer Feldmark („Der Rabenberg“ und „Die Pfänderwiese“) an Danndorf, der nördliche Teil (d.h. auf jeden Fall „Die Behrendorfer Wiesen“ und wohl auch „Das Behrendorfer Feld“) fielen an Vorsfelde4.
- Angeblich waren im 19. Jahrhundert noch Baustellen zu sehen