Bistorf

Objekt: 

  • Totale Ortswüstung

Errichtet: –

Inschrift: –

Name:

  • mundartliche Namen: „bisdörp“ / „opm̥ bisdörpschən fellə“ (1952), „bisdörpər felt“ (1958)

Die zeitliche Einordnung ist unklar. Da sich der Name, wie in fränkischer Zeit üblich, aus der Flur herleitet („torf“), kann es sich um eine Gründung aus dem 9. oder 10. Jahrhundert handeln. Stammt die Endung –torf allerdings von –dorf ab, so kann der Ort ins 9. Jahrhundert datiert werden. Das Grundwort „-dorf“ bezeichnet die Gruppensiedlung mehrerer Höfe im Unterschied zum Einzelhof. Es handelt sich wohl um eine Siedlung in einer ursprünglich bewaldeten, aber vermutlich im Rahmen des mittelalterlichen Landesausbaus gerodeten Gegend hin

Flur:

  • 1,6km südwestlich von Barnstorf und auf dessen Flur

Dorfstelle: –

Lage: –

Eckdaten: 

  • erste urkundliche Erwähnung 1279.
  • wüst gefallen um 1300, sicher vor 1313; Grund unbekannt

Geschichte: 

  • 1224: Das Stift ULFr (Unsere Liebe Frau???) zu Halberstadt kauft die früher an Vogt B. von Dahlum verkauften zweieinhalb Hufen in „Biscopistorp“ zurück.
  • 1279: Der Bischof von Halberstadt trennt die Kapelle von Bistorf von der Pfarre Uehrden und dotiert sie neu. Die Hälfte der Dos erhält die Mutterpfarre, die sie noch 1749 besitzt.
  • 1279-1315: Bistorf gehört zum Archidiakonat Schöppenstedt der Diözese Halberstadt.
  • Vor 1284 war Bistorf Lehen der Grafen von Schwerin an von Godenhausen.
  • 1285: Das Kreuzkloster erwirbt eine Hufe. Im selben Jahr schenkt der Bischof von Halberstadt dem Kreuzkloster den Zehnt, der bis dahin vom Archidiakonat Schöppenstedt verlehnt wurde.
  • ab 1300: Das Blasiusstift hat Zinseinnahmen aus „ville deserte Biscopestorp“.
  • 1300/1305: Das Kloster Stötterlingenburg kauft Hufe in Bistorf.
  • 1311: Der Archidiakon von Schöppenstedt erkennt das Recht des Kreuzklosters auf den Zehnt aus „Bischopestorp“ an.
  • 1313: Die Grafen von Schwerin belehnen den von Aderstedt mit sechs Hufen und zehn Hofstellen in Bistorf, die diese 1313/14 an den Cyriakusstift verkauft. Außerdem werden die von Kotze mit vier Hufen in Bistorf belehnt.
  • 1314: Das Kreuzkloster kauft vom Ritter Kotze von Winnigstedt zwei Hufen, zwei areae, in Bistorf.
  • 1315: Der Archidiakon von Schöppenstedt erkennt das Recht des Kreuzklosters auf den Zehnt wiederum an.
  • 1317: Der Archidiakon von Schöppenstedt bestreitet nun das Recht des Kreuzklosters auf den Zehnt.
  • 1318: Der Herzog von Braunschweig belehnt die von Kneitlingen mit Bistorf. In demselben Jahr schenkt das Kreuzkloster die beiden Hufen (s. 1314) dem Gertrudenkaland, der noch zwei weitere Hufen erhält.
  • 1344: Braunschweiger Bürger erhalten drei Hufen in Bistorf als herzogliches Lehen.
  • 1353: Die drei Hufen in Bistorf sind noch immer im Lehnbesitz der Braunschweiger Bürger.
  • 1355: Das Blasiusstift hat drei Hufen in Bistorf.
  • um 1370: Ein Altar des Cyriakusstiftes hat Einkünfte aus sechs Hufen in Bistorf.
  • 1394: Das Blasiusstift hat noch immer drei Hufen in „Bisdorp“ (s. 1355).
  • 1400: Die drei Hufen in Bistorf sind noch immer im Lehnbesitz der Braunschweiger Bürger.
  • In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wird Bistorf unter die Wüstungen des Gerichtes Schöppenstedt gerechnet.
  • 1433: Bistorf ist im Lehnsbesitz derer von Sambleben.
  • 1448-1457: Der Zehnt aus Bistorf ist Lehen des Bistums Halberstadt an von Weferling.
  • 1494: Herzog Heinrich der Ältere verpfändet das Bistorfer Feld an die von Weferlings.
  • 1570: Das Kreuzkloster bezieht den Zehnt aus Bistorf.
  • 1578: Das Kloster Stötterlingenburg hat noch immer Hufe in Bistorf (s. 1300/1305).
  • 1584: Zwölf Hufen aus Bistorf werden vom Vorwerk von Barnstorf genutzt.
  • 1594-1746: Eine halbe Hufe in Bistorf ist im Lehnsbesitz derer von Kalm.
  • 1613: Das Kloster Stötterlingenburg hat noch immer Hufe in Bistorf (s. 1300/1305).
  • 1770: 300 und ein halber Morgen werden vom Vorwerk Barnstorf genutzt. Das Kreuzkloster erhält noch immer den Zehnt aus Bistorf. Die Größe der Flur von Bistorf wird mit 771 Morgen, 105 Ruthen Acker angegeben.